Im Rahmen des europäischen Innovationsprojekts RURACTIVE arbeitet die Gemeinde Törbel gemeinsam mit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften der Berner Fachhochschule (BFH-HAFL) und weiteren Partnern daran, als Modellregion für ländliche Innovation neue Wege für eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum zu erproben. Bis 2027 werden vor Ort verschiedene Ansätze getestet, die das gemeinschaftliche Leben stärken und digitale, ökologische sowie soziale Innovationen fördern sollen.
Was ist RURACTIVE?
RURACTIVE ist ein von der Europäischen Union, dem Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sowie der britischen Forschungseinrichtung UKRI finanziertes Innovationsprojekt im Rahmen von Horizon Europe. Ziel des Projekts ist es, ländliche Regionen zu stärken – nicht von oben herab, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort.
RURACTIVE setzt auf Mitgestaltung, Klimaschutz, Biodiversität und soziale Gerechtigkeit, um lebendige und widerstandsfähige ländliche Räume zu schaffen. Insgesamt arbeiten 29 Partner aus zehn europäischen Ländern an dem Vorhaben.
Das Projekt konzentriert sich auf sechs zentrale Themen:
Um einen gerechten und nachhaltigen Wandel in ländlichen Gebieten zu fördern, werden in 12 Pilotregionen – den sogenannten Dynamos – gemeinschaftsgeführte, ortsbezogene Lösungen entwickelt und erprobt. Törbel ist dabei die Schweizer Pilotregion und wird durch die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften der Berner Fachhochschule (BFH-HAFL) vertreten. Die BFH-HAFL bringt wissenschaftliche Expertise ein und koordiniert die Entwicklung sowie Umsetzung der Lösungen.
Projektdauer in Törbel: September 2023 bis August 2027
Links/Mehr Infos zum Projekt:
Die Projektleitung in Törbel liegt bei der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften der Berner Fachhochschule (BFH-HAFL).
Dr. Mariana Melnykovych Evelyn Böttinger
Projektleiterin Projektkoordinatorin
Eine lokale Arbeitsgruppe besteht aus engagierten Vertreterinnen und Vertretern der Bereiche Kultur, Tourismus und Landwirtschaft. Als Ansprechpartner vor Ort sorgt die Arbeitsgruppe dafür, dass die Ideen und Lösungen von RURACTIVE auf die Bedürfnisse des Dorfes abgestimmt sind und den Törbjerinnen und Törbjer wirklich zugutekommen.
Renato Karlen Karin Kalbermatten
Gemeinderatsmitglied und Gemeindemitarbeiterin
Ressortverantwortlicher für Landwirtschaft
Corinne Juon Philipp Schaller
Aktuarin bei Urchigs Terbil Gemeindepräsident
Seit Projektbeginn fanden vier partizipative Workshops in Törbel statt. Dabei kristallisierten sich zwei zentrale Herausforderungen für Törbel heraus: die zunehmende Wasserknappheit, insbesondere für die landwirtschaftliche Bewässerung, und die Wiederbelebung des alten Dorfkerns.
Für diese beiden Herausforderungen wurde über einen europaweiten «Open Call for Innovators» nach Lösungen gesucht. Start-ups und Innovationsunternehmen aus der Schweiz und dem Ausland reichten ihre Ideen ein, aus denen nach einem unabhängigen Auswahlverfahren die geeigneten Partner ausgewählt wurden. Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit der Bevölkerung und wird finanziell von der EU-Kommission sowie dem Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) unterstützt.
Parallel dazu werden drei weitere Projekte gemeinschaftlich von der Bevölkerung zusammen mit der BFH-HAFL entwickelt und umgesetzt. Dazu gehören die Terbil Päcklini, eine Freiwilligeninitiative zur Unterstützung der Landwirtschaft sowie das Reallabor Törbel.
Nach der intensiven Planungsphase mit mehreren Workshops ist RURACTIVE in Törbel nun in die Umsetzungsphase gestartet. Seit Oktober 2025 werden die entwickelten Ideen Schritt für Schritt realisiert – immer in enger Zusammenarbeit zwischen der Bevölkerung, der Gemeinde und der BFH-HAFL.
Alle Törbjerinnen und Törbjer sind eingeladen, sich aktiv an den laufenden Projekten zu beteiligen. Ob im Bereich Landwirtschaft, Kultur, Tourismus oder Dorfentwicklung – jede und jeder kann einen Beitrag leisten, damit die neuen Lösungen Törbel langfristig stärken und der ganzen Dorfgemeinschaft zugutekommen.
Je nach Interesse kann man sich in einer Arbeitsgruppe engagieren, eigene Produkte oder Dienstleistungen einbringen, Freiwilligenarbeit leisten oder Studierende der BFH-HAFL bei Projekten im Reallabor Törbel begleiten.
In RURACTIVE geht es auch darum, die digitalen Kompetenzen zu fördern. Dazu soll die digitale Sicherheit in Törbel gestärkt und das Bewusstsein für Risiken im täglichen Umgang mit Internet und Geräten geschaffen werden. Ziel ist es, dass alle Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner sicher und selbstbewusst digitale Technologien nutzen können.
Hierfür hat sich Emanuel Petrig bereit erklärt als sogenannter Lokaler Gemeinschaftstrainer innerhalb des RURACTIVE-Projekts ausgebildet zu werden. Er trägt dazu bei, indem er über ein halbes Jahr monatliche Infoblätter zur digitalen Sicherheit auf der Törbel-App veröffentlicht hat. Ausserdem unterstütz er die Umsetzung der Projekte im digitalen Bereich.
Mehr dazu hier: Local Community Trainers | RURACTIVE
Infoblätter:
Hier finden Sie aktuelle Informationen, Medienmitteilungen und Beiträge rund um das Projekt RURACTIVE in Törbel – von den ersten Workshops über den offiziellen Projektstart bis hin zu laufenden Aktivitäten und Veranstaltungen.
Tag der offenen Tür - Moosalpmarkt
Erster Workshop im September 2024
Zweiter Workshop im Januar 2025
Wasserknappheit beseitigen und den Dorfkern wiederbeleben – wie Törbel seine Zukunft gestaltet und Effiziente Bewässerung, Wiederbelebung des Dorfkerns: Törbel arbeitet an seiner Zukunft
Beitrag radio rottu:
BFH-HAFL bei «Horizon» dabei: Neue Ideen braucht das Land
Frischer Wind für Törbel | focusHAFL
Törbel: Das "überforschte Dorf" und der Nobelpreis - SWI swissinfo.ch